Prävention für Schulen - AIDS-ABC
Die Psychosoziale AIDS-Beratungsstelle der Caritas führt Präventionsveranstaltungen mit Schulklassen durch, um Jugendlichen auf das Thema AIDS aufmerksam zu machen, Wissenslücken zu HIV und AIDS zu schließen, und eine persönliche Auseinandersetzung zu fördern. Dies ist deshalb in verstärktem Maß erforderlich, weil das Thema HIV/AIDS mittlerweile fast gänzlich –nicht nur bei Jugendlichen- aus der Wahrnehmung verschwunden ist. Da sich in Deutschland sich jedes Jahr ca. 3000 Menschen neu infizieren, ist es uns wichtig insbesondere junge Menschen zu informieren, dass HIV/AIDS nicht nur im fernen Afrika vorkommt.
Wir wollen insbesondere bei jungen Menschen Eigenverantwortung und Schutzverhalten zu fördern, um Neuinfektionen zu vermeiden und ein Klima der Solidarität und Integration schaffen, um damit auch Diskriminierung und Stigmatisierung von Betroffenen entgegenzuwirken.
Rahmenbedingungen:
• Wir kommen in die Schule oder die SchülerInnen kommen in die Beratungsstelle
und lernen diese dabei kennen
• für SchülerInnen ab 8. Klasse
• Zeitrahmen: in der Regel 3-4 Unterrichtsstunden
• gerne in Anwesenheit von LehrerInnen, die dadurch sozusagen „nebenbei“ als
MultiplikatorInnen für das Thema AIDS sensibilisiert werden können
• Durchführung von hauptamtlichen MitarbeiterInnen (Sozialpädagoginnen und SozialarbeiterInnen) der AIDS-Beratungsstelle
• Beteiligung eines HIV-positiven Klienten unserer Beratungsstelle („positive Begegnung“)
• Vergabe von Informationsmaterialien
Möglicher Ablauf einer Veranstaltung:
Nach der Begrüßung folgt eine kurze Darstellung der Aufgaben der AIDS-Beratungsstelle, um einen Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsfelder zu geben.
Ein wichtiger Bestandteil ist dann das sog. „Ampelspiel“, in dem die SchülerInnen aktiviert werden, sehr detailliert und anschaulich zu den verschiedenen HIV-Übertragungswegen zu arbeiten.
Dabei wird auch das Basiswissen vermittelt und ergänzt, z.B. zu den Begriffen HIV und AIDS, zur Herkunft von HIV, zum HIV-Antikörpertest, zum Krankheitsverlauf, etc.
Ein weiteres Thema ist das mögliche Schutzverhalten und Schwierigkeiten damit. Wichtig ist uns auch, dass die Jugendlichen ihr persönliches Risiko einschätzen lernen.
In der Regel besteht in einer letzten Einheit die Möglichkeit einer Fragen- u. Gesprächsrunde mit einem HIV-Positiven („Positive Begegnungen“). Hier geht es darum, Berührungsängste und Vorurteile abzubauen, das „Leben mit AIDS“ zu veranschaulichen, „ihm ein Gesicht zu geben“.
Gerade durch dieses persönliche Erlebnis bleibt das sonst so fremde Thema AIDS (was geht mich das an ...) besser haften und regt zur weiteren Auseinandersetzung an.
In einer Abschlussrunde können die Jugendlichen dann ihre Eindrücke, Erfahrungen und Meinungen zum Ausdruck bringen.
Diese Herangehensweise und Form haben sich bewährt. Positive Rückmeldungen durch die beteiligten SchülerInnen und Lehrkräfte bestätigen dies.
In abgewandelter Form ist das Projekt auch für mehrere Projekttage in einer Schule, auch klassenübergreifend anwendbar.


